Erlebte Medizin

Bilderstreifen-Medizin

Asthma

Ja - auch heute noch kann ein Asthmaanfall mit dem Tode enden ...

Für mich war die Diagnose Asthma der Beginn, mich im mittleren Lebensalter wieder bzw. eingehend mit dem Gebiet der "Medizin" zu befassen. Das auch im Rückblick auf mein seit jungen Jahren bestehendes Magenleiden.

BronchiolenFoto: University of Virginia Zu Beginn dieses Themas eine einfache Grafik unseres Lungen-Bronchialsystems. Von der Luftröhre bis hin zu den Alveolen gibt es im Durchschnitt knapp 25 Verzweigungen. Der Schnittpunkt, an welcher sich die Luftröhre in die linke und rechte Hauptbronchien mit Lunge teilt, nennt sich fachmedizinisch "Carina".

Einige Zentimeter tiefer (s.a. die Grafik) verzweigen die Hauptbronchien wieder in verschiedene Lappenbronchien. Insgesamt gibt es fünf Lappenbronchien, in der Grafik für Laien nicht eindeutig zu erkennen. Zwei für den linken Lungenbereich aber drei für den rechten Lungenbereich. Für speziellere Infos bemühen Sie bitte medizinische Literatur, hier würde das zu weit führen.

Weitere Fotos habe ich mit deutscher Beschriftung ausgewählt, wenn eine Beschreibung sonst zu aufwendig gewesen wäre.

Etwas zum Asthma allgemein: Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Bronchialschleimhaut. Es beginnt quasi ein Teufelskreis. Die betroffene Bronchialschleimhaut reagiert mit starker Anschwellung und gleichzeitig vermehrter Schleimabsonderung. Die Durchblutung wird angeregt.
Das bewirkt die Freisetzung sogenannter Botenstoffe, wie wir sie als Patient vergleichbar ja von den Arzneimitteln her kennen, die wiederum die Muskulatur der Bronchien verkrampfen lassen und somit die Bronchien weiter reizen. Ist in der Grafik gut zu sehen.

Ich habe eine genau zehn Jahre schwere Leidenszeit hinter mich gebracht, zum Schluss sogar (lt. Arzt) den Tod vor Augen. Die Diagnose: (COPD) chronisch obstuktive Bronchitis in Verbindung mit einem Lungenemphysem! In Folge dann noch "Rechtsherzinsuffizienz". Immer wieder mit Tatütata in ein Krankenhaus.

Woher hatte ich mein Asthma? Nie geraucht, keine Umgebung mit Reizstoffen, keine Allergien. Vermutet wurde als Auslöser, es kam über Nacht und wie aus heiterem Himmel, über ein Jahr verschleppte leichte bis schwere Erkältungen. Dann Spritzen über Spritzen mit jedem Jahr steigend, zwei bis drei Wochen immer wieder Infusionen gleichzeitig an beiden Armen angelegt. Alles das neben den vielen Krankenhausaufenthalten Kuren die nichts brachten.

Bei mir kam in den Anfangsjahren noch beruflicher Stress hinzu, da ich zeitweilig jeden Vormittag zum Arzt gefahren bin um mir eine oder zwei Spritzen setzen zu lassen. Zu dieser Zeit hat mir der Wirkstoff "Theophilin" allein oft noch geholfen. Das ist nun viele Jahre her und ich kann dem Krankheitsbild entsprechend, ein durchaus lebenswertes Leben führen. Mit der Einschränkung, welche die Summierung durch andere Einschränkungen wie sie hier unter Medizin in meinen kleinen Artikeln behandelt werden.

Damals, das war Mitte der 80-er Jahre, kamen zwei neue Medikamente auf den Markt die innerhalb von einigen Monaten halfen, dass "man" meine asthmatischen Probleme langsam in den Griff bekam.

BonchaleFoto: Uni-Marburg Keine Blutstürze mehr und kaum noch Blut beim Abhusten.
Das nebenstehende Foto zeigt emphysemgeschädigtes Gewebe.

Im Nachhin kann ich annehmen, dass ich der Asthmatyp zwischen dem Rosa-Keucher (pink puffer) und dem Blau-Keucher (blue bloater) bin. An den Folgen einer Rechtsherzinsuffizienz zu sterben, bin ich gerade so vorbeigekommen. Allerdings ist eine Spätfolge unter Herzkranzgefässe nachzulesen, wo die Spätfolge doch noch fast zum bedrohenden Problem geworden wäre.

GesundKrankFotos: AstraZenica Diese beiden Grafiken zeigen, sicher selbsterklärend, einen gesunden und einen kranken Bronchus.
Auf Grund meiner Beschwerden habe ich mit zunehmender Schwere der Erkrankung meinen Wohnort, erst als Zweitwohnung, dann auf Dauer, in einen Asthmakurort verlegt. In diesem Kurort, Heimat Bad Sooden-Allendorf lebe ich heute noch.

Ein weiter Grund den Wohnort zu wechseln war das Gradierwerk. Hier ging ich oft fast jeden Tag ein- oder zweimal so lange herum, bis die Salzaerosole die Bronchien bis zum Blutspucken reizten. Nach und nach verheilten die feinsten Bronchialäste. Die Flimmerhärchen, welche eingeatmete Verunreinigen nach aussen transportieren, waren bei mir aber durch ständige Entzündungen quase weggeeitert.

BronchiolenFotos: DrGreene Diese nebenstehende Grafik zeigt in einer anderen, rechten Darstellung, wie das umschliessende Muskelgewebe beim Asthmaanfall die Bronchiole durch Verkrampfung eingeengt.

Neben dem Gradierwerk als Freiluftinhalatorium, halfen mir auch regelmässige Inhalationen in Ultraschallkabinen. Begleitende Untersuchungen über mein noch mögliches Luftvolumen bzw. wie es sich besserte, begleiteten mich das ganze Jahr hindurch.

Mein Fazit:
Ich habe nie geraucht und bekam trotzdem Asthma mit schlimmsten Folgeschäden. Die damalige Diagnose: Asthma durch immer wieder verschleppte starke Erkältungen.

Weil ASTHMA eine Volkskrankheit ist mit heute zunehmender Tendenz auch im Allergiebereich, folgen noch einige Fotos zur bildlichen Unterstützung

GasaustauschAlveolenstrauchFotos: Uni Witten/Herdecke Die Abbildung ganz links zeigt durch Pfeile wie der Gasaustausch durch Diffusion funktioniert.

Die linke Grafik (Sie können sich die Abbildung ja wie gewünscht vergrössern um die Beschreibung gut lesen zu können) zeigt auf sehr anschauliche Art den Gasaustausch an den feinsten Bronchienenden mit den traubenförmig aufsitzenden Lungenbläschen, den sogenannten Alveolen.

Der Mensch hat etwa 300 Millionen dieser Lungenbläschen. Jedes Lungenbläschen ist, wie die Abbildung zeigt, mit einem Netz von feinsten Blutgefässen umgeben die den Gasaustausch (Sauerstoff und Kohlendioxid) möglich machen. Die feinsten Bronchialästchen die sich direkt mit der Lunge verbinden, nennen sich fachlich "Bronchioli respiratori".
Verlieren die Bläschen ihre Elastizität, können sie aufblähen, zerfallen und grössere Bläschengruppen bilden mit der Folge, dass immer weniger Gasaustausch erfolgen kann. Resümee: es fehlt Sauerstoff im Blut. Die Zusammenhänge sind derart vielfältig, dass ich das hier im Bezug zum Asthma, nicht weiter erklären möchte. Im gezeigten Zustand sind die Wandstrukturen noch elastisch erhalten.

Peak FlowZum Schluss noch ein Foto das ein sogenanntes Luftmengenmessgerät zeigt. Hier ein Peak-Flow-Meter, wie ich es seit Jahren zur Kontrolle nutze.

Foto: Netpatient Bei der Behandlung im täglichen Ablauf dürfen die regelmässigen Atemübungen auf keinen Fall vergessen werden. Aber - geht es einem Patienten wieder etwas besser, neigt dieser i.d. Regel dazu nachlässig zu werden. Der Kreislauf von zunehmenden Atembeschwerden und wieder mehr Medikamenten usw. usf. beginnt erneut.

Das alles habe ich selbst auch ähnlich gemacht. Leider auch zu meinem Wohlergehen lernen müssen viel zu tun um noch ein lebenswertes Leben ohne Atemnot zu leben.

Kein Wunder - sondern ein Behandlungserfolg!
Inwischen sind genau 35 Jahre vergangen (2011) und ich bin im vergangenen Jahr 80 Jahre alt geworden. Asthma ist für mich aktuell kein Prolem! Ich nehme weiterhin Medikamente ein und beachte meine Einschränkungen in Bezug auf die körperliche Belastung. Meine Lebensqualitär ist durch Asthma nicht (mehr) eingeschränkt.

-hs/ms-

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Letzte Änderung: 06/05/2011 - 16:44 Uhr