Erlebte Medizin

Bilderstreifen-Medizin

Dünndarm - Dickdarm

Ein Organbereich, der jedem Menschen in seinem Leben mehr oder weniger Beschwerden macht - Operationen eingeschlossen.

Gesunder Darm - Gesunder Mensch

Mit 52 Jahren, das war 1982, plötzlich ein Blutsturz aus dem Darm bzw. After. Nach den üblichen Untersuchungen, Röntgen unter Schlucken von Bariumbrei, wurde ein unklarer Befund im Dünndarmbereich festgestellt. Obwohl nach medizinischen Erfahrungen Tumore im Dünndarm selten sind, wurde auch ein Karzinom nicht ausgeschlossen.

Warum? Ja - warum? Die Unmengen an Medikamente die nur über den Verdauungstrakt wirkten, vor allem Cortison-Dosierungen bis an die Obergrenze, schloss ein Karzinom nicht aus.
Es war die Zeit, als ich ohnehin mit meinen Asthmaanfällen mehr beim Arzt oder im Krankenhaus als zu Hause war. Dazu ein Klima- und Wohnortwechsel, der mir zusätzlich kräftig "auf meinen Magen geschlagen" ist.

VerdauungstraktZur Übersicht der Verdauungstrakt: Grafik: Insel-Spital
Wie schon bei Thema Magen, musste ich auch hier mein laienhaftes medizinisches Wissen erweitern. So habe ich für mich interpretiert, dass die Gesamt-Darmlänge eines erwachsenen Menschen im Durchschnitt ca. 8 Meter beträgt; es war von Gesamtlängen zwischen 6,5 bis zu knapp 9 Metern zu lesen.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht (als med. Laie nicht so einfach), die einzelnen Darmabschnitte vom Magen abwärts aufzulisten. Ob das fachlich so haltbar ist, lasse ich mal offen:

Um noch einmal die Darmlängen einzeln anzusprechen: Nach meinen Recherchen wird zu Grunde gelegt für den Dünndarm ca. 7m, für den Dickdarm ca. 1,5 - 2m.
Die gesamte Darmlänge hat eine Oberfläche von ca. 400 m² und in dieser Oberfläche sitzen Million von Zotten.

Der Schliessmuskelbereich des Afters ist quasi auch das Darmende. Der abschliessende Analkanal (canalis analis) ist mit der normalen äusseren Körperhaut ausgekleidet, nicht mit der Darmschleimhaut; ist aber nicht so empfindlich wie die Darmschleimhaut, aber wieder nicht so robust wie die Körperhaut.

Canalis analis

Canalis analis: Frontalschnitt durch das Kontinenzorgan.
Grafik: http://gripsdb.dimdi.de, Rochelexikon Medizin (nicht mehr Online) Fachmedizinisch wird er nicht mehr als Darm gesehen. Die Abbildung zeigt das sehr anschaulich.

Der Analkanal ist das untere Ende unseres Verdauungstraktes. Dieser, verwachsen mit dem äusseren Schliessmuskel und dem Venengeflecht des Mastdarmes, wird als Kontinenzorgan bezeichnet; ebenfalls in der Abbildung zu sehen.

Dünndarmzotten   dickdarmzotten

Darm-Zotten Grafiken: BR-Online
Die linke Abbildung zeigt das Innere eines Dünndarmes, rechts davon ist das beim Dickdarm zu sehen.

Meine Darm-Operation: Um es vorweg zu nehmen, die Geschwulst war gutartig, es wurden mir 12 cm vom Darm entfernt.

Die Operationsvorbereitung zog sich bis zu vier Stunden hin. Dann wurde zur Mittagszeit mit der Operation begonnen, länger wollte und konnte der Chirurg nicht mehr warten. Ich war mittlerweile in einem Zustand, wo ein Asthmaanfall unwahrscheinlich war. Die Narkose war so angelegt, dass ich ausreichend sediert war. War während des Eingriffs ein asthmatischen Husten zu erwarten (so die vorherige Absprache mit mir) wäre ich sofort, auch mit offenem Bauch, aus der Narkose genommen worden um die Lungen wieder mehr belüfteten zu können. Schmerzen hätte ich ertragen müssen.

Koloskop   Koloskopie

Koloskopie: Grafik rechts: DE-Krebsgesellschaft
Grafik links mit Koloskop: Roche.

Mitte des Jahres 2000 wurde mir, wieder wegen anhaltender und unklarer Unterbauchbeschwerden, eine Koloskopie angeraten. Die beiden Abbildungen zeigen die Anwendung im Dickdarmbereich.

Einziger Befund: einige Divertikel. Diese kleinen Ausstülpungen nach aussen in den Bauchraum neigen dazu, auch von der Ernährung abhängig, sich mit Speiseresten oder auch Kot zuzusetzen.
Die Folge kann sein, dass sich diese Inhalte entzünden und zu gasen beginnen. Das war bei mir der Fall.
Mit einem Medikament, über einen längeren Zeitraum eingenommen, behob diese Beschwerden wieder. Bei ungünstiger Ernährung, z.B. Ballaststoffarm, können die Symptome erneut auftreten. Die Gefahr einer zukünftigen Divertikulitis war aus dieser Sicht nicht gegeben.

Koloskopie-Divertikel
Koloskopie und Divertikel Grafik: Hepaline

Darmspiegelung-2Dickdarm: Links ein kranker Darmabschnitt. Rechts im Foto ein gesunder Darmteil. Fotos: Zukunft-neu-gestalten

Bei der Verdauung wird jede Art von Nahrung in Bestandteile zerlegt die der Körper verwerten kann. Diese werden über das Blut aufgenommen. Das was bei einer normalen Mahlzeit in den Mund genommen, zerkaut und herunter geschluckt wird, braucht im Durchschnitt 24h bis es den Mastdarm in einer "Sitzung" als vom Körper nicht verwertbare Bestandteile wieder verlässt.
Fette brauchen länger bei der Verdauung, Kohlehydrate werden schnell zerlegt. Allgemein gesehen halten sich die Nahrungsbestandteile auf:

Es sind Nervenzellen, auch als "Bauchhirn" bezeichnet, die den Verdauungsvorgang steuern. Davon soll der Darmstrang um die 100 Millionen Nervenzellen haben.
Im Normalfall bildet alles ein harmonisches System. Bis - ja bis die Koordination gestört und die Muskelzellen des Darmes zu langsam oder zu schnell arbeiten. Magen-Darmschmerzen und/oder Blähungen sind dann in Verbindung mit Verstopfung (wenig Aktivität) oder mit Durchfall (zu starke Aktivität) in Verbindung zu bringen.

Sie selbst werden vermutlich schon festgestellt haben, dass Bewegungsmangel in Verbindung mit falscher Ernährung und bedingt auch Stress "auf den Magen/Bauch schlagen" können. Zumindest bei mir war und ist es so! Hinzu kommt ausserdem, dass der Darm durch starke Medikamente, über lange Zeit eingenommen, die gesunde Darmflora schädigen. Bei mir war und ist es vordergründig auch die hohe Cortison-Abhängigkeit.

HämorrhoidenHämorrhoiden, Die Venenkissen im Afterbereich: Grafik: http://www.praxis-prof-lehmann.de, Prof. Lehmann (Link inzwischen leider broken). Für meine Darstellung farblich verändert.
Ergänzend zum sogenannten Kontinenzorgan, möchte ich noch die Hämorrhoiden erwähnen. Davon war ich auch in jungen Jahren betroffen. Sie machten, aussen auftretend, selten Beschwerden. Traten sie auf, Juckreiz und Schmerzen, nahm ich Sitzbäder, Zäpfchen und Salben. Die Grafik zeigt sehr anschaulich das Hervortreten von inneren Hämorrhoiden nach aussen. Es ist die Stufe 4 anzunehmen!

Im mittleren Lebensalter hatte ich, bei allem anderen was ich hier an Erfahrungen in Text und Bild dokumentiert habe, gelegentlich kleine Schmerzattacken durch äussere Hämorrhoiden. Als sich wieder "Innere" bemerkbar machten, wurde sie in mehreren Sitzungen ambulant vom Hausarzt verödet. Aus der Erinnerung: es geschah mit einem Lichtstab. Es hat geholfen!

Machen sich heute einmal wieder kleine, mit gestautem Blut gefüllte Ausstülpungen bemerkbar (auch ohne Juckreiz oder Schmerz), behebe ich das durch Auftragen mit corticoidhaltiger Salbe. Die Schwellung geht dann wieder akzeptabel zurück. Dem Zustand entsprechend wird es die Stufe-2 sein.

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden! Etwa nur 50 Prozent jedoch ein Hämorrhoidleiden! Nebenbei haben sie noch eine Abichtfunktion im Bereich des Schliessmuskels.
Leider ist der Umgang damit selbst im heute so angeblich aufgeklärtem Zeitalter, weitgehend ein Tabu-Thema.

Zum Abschluss noch ein/mein Hinweis zum "Reizdarm" (Colon irritabile)

Die genauen Ursachen des Reizdarmsyndroms (RDS) sind bis jetzt nicht eindeutig geklärt. Es handelt sich jedenfalls um eine Funktionsstörung im Bereich des Magen-Darm-Traktes. Ein fast übereinstimmendes Merkmal ist das Gefühl, der Bauch sei wie ein Ball dich aufgeblasen. Die verstopfungsbetonte Form oder auch gleichzeitig harte schmerzhafte Stühle, können auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein (bei mir z.B. Herzmittel zur Blutdrucksenkung). Das alles muss bei der Diagnose beachtet werden. Mediziner sind aber heute mehrheitlich davon überzeugt, dass eine Überempfindlichkeit des Magen-Darmtraktes in Verbindung mit einer gestörten Reizübertragung zur Darmmuskulatur mit eine Ursache ist. Keinesfalls sollte sich ein Patient bei dieser unklaren Situation als "hypochonderisch" erklären lassen.

Wie nicht anders zu erwarten, gehöre ich auch zu der Gruppe Menschen wo das bei mir mit zu meinen (fast) Dauerbeschwerden beiträgt. Dass psychische Faktoren bei mir mit eine Rolle spielen, habe ich selbst schon feststellen müssen. Stress kann, muss aber wohl nicht dazu beitragen. Vermutet wird jedoch, dass eine vorhandene oder auch früher behandelte Darminfektion ebenfalls ein Mitauslöser sein kann. Das trifft ebenfalls auf mich zu.

Eine falsche Ernährung trifft auf mich nicht zu. Wie mir aber erklärt wurde, gibt es keine allgemeinaussagende Studien wie die Nahrung speziell verantwortlich gemacht werden kann.
Alkohol, Kaffee und Milchprodukte, ferner auch stark gebratene Speisen (in der Pfanne), haben in der Vergangenheit über längere Zeit Beschwerden gemacht, dann aber wieder lange Zeit nicht. Das alles wurde von den Ärzten aber überwiegend mit Magenbeschwerden in Verbindung gebracht. Magenentzündung, Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre waren dann das Thema.

Leider ist eine Diagnose schwierig. Bei mir standen zur Abklärung (wieder einmal) an: Gastroskopie (Magenspiegelung) - Sonographie des Abdomen (Ultraschall Bauchraum) - Koloskopie (Dickdarmspiegelung).

Die erneute Untersuchung des Dickdarmes unterschied sich nicht wesentlich von der Koloskopie vor sechs Jahren.

Ich brauchte nur drei Liter dieser angesetzten Flüssigkeit zur Darmreinigung trinken; aber der Hinweis, mindestens noch ein bis zwei Liter Flüssigkeit zusätzlich zu trinken, den habe ich befolgt.
Leider waren bei mir die drei Liter Flüssigkeit zur Darmreinigung nicht genug, wie sich später bei der Darmspiegelung herausstellte. Obwohl ich vier Tage vor der Koloskopie keine körnerhaltigen Speisen, z.B. Müsli gegessen habe, waren auch diese im Dickdarm noch nachweisbar.
So unangenehm, für mich, dieses Trinken zur Darmreinigung auch war, für die nächste Koloskopie, wenn sie noch einmal nötig sein sollte, werde ich vier Liter schlucken.

Nun war die Untersuchung bei einem Facharzt für innere Medizin. Die Umgebung und der Umgang mit dem Patienten waren bedeutend persönlicher und einfühlsamer als seinerzeit im Krankenhaus. Auch da mag es inzwischen ja einen Wandel im ambulanten Umgang mit den Patienten gegeben haben. Die Beruhigungsspritze war etwas weniger wirksam oder die Untersuchung war etwas länger (ca. 20 min) als vor sechs Jahren. Ich habe die letzten ca. 5 min wieder "mitbekommen" und konnte noch einige Darstellungen des Darmes auf dem Monitor sehen. Diagnose: Divertikel, wie gehabt!

-hs/ms-

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Letzte Änderung: 02/07/2011 - 16:21 Uhr