Erlebte Medizin

Bilderstreifen-Medizin

Der Graue Star (Katarakt)

Ein Augenleiden - das zur Blindheit führen kann

Gesundes Auge   Krankes Auge

Links ein gesundes Auge - Rechts ein "krankes" Auge

[¹] Anmerkung zu den Abbildungen:

Vorbemerkung

Nehmen Sie die hier gebotenen Farbunterschiede vor dem schwarzen Hintergrund gleichzeitig als Sehtest für Ihr krankes Auge oder inzwischen operiertes Auge.

Meine Erfahrungen in Wort und Bild

Die erste Frage die sich mir stellte war:
Was genau ist dieser GRAUE STAR?

Der graue Star (Katarakt) ist eine Trübung der Augenlinse. Er führt dazu, dass das gesehene Bild immer mehr verschwimmt und an Schärfe verliert. Diese Trübung ist meist eine Folge der Alterung der Linse und des Menschen. Die Bezeichnung -Katarakt- bedeutet in der griechischen Sprache "Wasserfall". Das Wort Star kommt von dem Begriff starrer Blick, den man bei vollständiger Erblindung bekommt. Nahezu 99 Prozent der über 65-Jährigen sind davon betroffen.
Die normale und gesunde Augenlinse besteht aus einer gallertartigen Masse welche von einer Kapsel umgeben ist. Dieses Gebilde ist voll durchsichtig und ist für die Bündelung oder Streuung des einfallenden Lichtes verantwortlich. Nur diese Flexibilität der Linse ermöglicht es den Augenmuskeln sie zu bewegen, man nennt das Akkommodation.
Ab etwas dem 45. Lebensjahr verliert die Linsenflüssigkeit langsam die Fähigkeit zur Regulierung da sie sich verhärtet. Damit beginnt der graue Star.

Der Normalfall welcher zur Entstehung des Grauen Star führt, ist der normale Alterungsprozess eines Menschen, wie bereits angesprochen. Aber auch andere Faktoren können eine Rolle spielen.

Als die häufigsten Ursachen für grauen Star, fand ich im WWW folgende Aussagen:

Bei mir kam als wohl wichtigster Auslöser das Medikament Cortison hinzu, welches ich viele Jahre in hoher Dosierung einnehmen musste.
Zu beachten ist auch, dass nach der Operation einer sehr stark getrübten Linse zwar wieder hell gesehen werden kann, die volle Sehschärfe, sofern sie vorhanden war, aber nur noch bedingt wieder zurück gewonnen werden kann.

Widersprüchlichere Aussagen als zu diesem Thema sind mir noch nicht unter gekommen!
Von "... ich sehe besser als je zuvor", über "... eigentlich brauche ich keine Brillen mehr" bis zum reinen Pessimismus der Aussage "... nun soll oder muss ich ja doch wieder eine Brille tragen" war alles vertreten.

Wie machte sich das Krankheitsbild bei mir bemerkbar?

Zwischen dem ersten Anzeichen und der Operation des zweiten Auges, lagen nur gut vier Jahre. Aber bereits einige Jahre davor brauchte ich eine Fern- und eine Lesebrille. Im letzten Jahr vor der ersten Operation, konnte ich ohne Lesebrille wunderbar lesen. Für die Arbeit am Monitor, also lesen und schreiben und vor allem die diffizile digitale Bildbearbeitung machten leider eine spezielle Arbeitsbrille erforderlich.

Langsam stellte ich fest, zunächst auch erfreut, dass ich zum Lesen keine Brille mehr brauchte. Dafür erneut neue Gläser für die Ferne und parallel dazu noch eine Brille um am Monitor arbeiten zu können. Siehe dazu auch noch einmal den Text hier vor.

Es begann eine Phase in welcher nur wenig Veränderungen erkennbar waren. Es machte sich aber eine höhere Empfindlichkeit gegen Blendung in der Nacht, beim Autofahren, bemerkbar.

Ich war einem Irrtum erlegen, was den Fortschritt des grauen Star betraf. Das linke Auge wurde schneller schlechter, sowohl das Lesen als auch die Wahrnehmung von Helligkeit sowie Kontrast in Verbindung mit Farbe betreffend.

gutes schlechtes Auge

Inzwischen hatte ich mich im WWW um weitere Informationen bemüht, auch um Bildmaterial und um medizinische Erklärungen verstehen zu können. Da ich auch durch andere Krankheiten körperlich nicht fit war, schob ich eine Operation des Katarakt am linken Auge weiter hinaus.
Dabei fand ich auch die Erklärung dafür, meine Augenärztin zu fragen darauf kam ich nicht, wie das plötzliche Lesen ohne Lesebrille möglich wurde. Na ja, wenn die Pupille ein bernsteinfarbenes Aussehen bekommt, dann soll das gegeben sein.

Jetzt ist es nötig darauf hinzuweisen, dass ein Interessent (sofern möglich) sich viele Quellen im WWW erschliesst. Die Grundaussagen sind zwar weitgehend übereinstimmend, es sind aber noch alte Informationen im WWW die nicht aktualisiert werden und als fortschrittlich verbreitet werden. Ein absolutes Negativ-Beispiel zum Thema Medizin im WWW.

Mein Entschluss zur Operation des linken Auges
Weitere Infos und Bildmaterial

Meine Voruntersuchung hatte ich vier Wochen vor dem ersten Operationstermin. Bei dieser Voruntersuchung, ich wollte unbedingt eine ambulante Sitzung in einer Augenklinik haben, wurde eine eingehende Augenuntersuchung durch einen Arzt vorgenommen.
Diese Untersuchung umfasste einige Stadien und war völlig schmerzfrei. Als im Gespräch abgeklärt war, das man mich als Risikopatient ambulant operieren würde hatte ich nur dafür zu sorgen, dass ich gesundheitlich OK blieb.

Nach meinen Notizen wurde untersucht:

Die Gesamtdauer der Untersuchungen, mit Pausen und einem abschliessenden Gespräch mit einer Anästhesistin, dauerte gut 3 Stunden.

Operation am ersten Auges

Ich musste nüchtern, mit Befunden einer Blutuntersuchung und eines EKG, sowie mit Röntgenaufnahmen meiner Lunge zur Operation erscheinen; ich bin u.a. Asthmapatient.

Etwas befremdlich war für mich, dass Aussagen von Augenkliniken und/oder deren Ärzte das "nüchtern zur ambulanten Operation" nicht immer für nötig halten.

Das Warten auf ...

Ja, auf was nun? Nach einer nochmaligen kurzen Augenuntersuchung (Kontrolle) und Identifizierungsmassnahmen
für die Operation, musste ich mich in einen separaten Raum begeben, die Strassenkleidung ablegen und OP-Kleidung überziehen. Nun hiess es warten!.

StarpupilleBeim Warten erinnerte ich mich der Infos und Fotos, die ich im WWW gefunden hatte.
Das nebenstehende Foto zeigt den Grauen Star bernsteinfarben. Ich wähle dieses Foto, weil es für mich typisch sein soll; Lesen ohne Brille.
In loser oder passender Folge platziere ich hier Bilder in den Text. Ohne medizinische Vorkenntnisse will ich trotzdem versuchen einen Bezug herzustellen.

Die Tür geht auf

Ich werde in einen Rollstuhl gesetzt und in den OP (Vorbereitungsraum) gefahren. Nach dem Anlegen einer Kanüle tropfte Antibiotika in meine Vene und ich wurde verkabelt; Herzfrequenz und Blutdruck. Nach ca. 10 Minuten bekam ich ein Narkosemittel in den äusseren Augenwinkel gespritzt. Der Vorgang, es muss eine sehr dünne Nadel gewesen sein, war schmerzfrei.
Um meinen Augeninnendruck vor der Operation zu senken, wurde das Auge mit einem Druckverband (meine Annahme weil ich nichts mehr sehen konnte), vielleicht aber auch mit einem Oculopressor behandelt. Ich erwähne das hier, weil ich darüber gelesen habe.

Nach weiteren etwa 15 Minuten war ich wohl bereit. Das Auge wurde desinfiziert, dann senkte sich etwas auf mein Gesicht und innerhalb eines sehr hellen Kreisfeldes konnte ich sehen wie am Auge gearbeitet wurde.

Kunstlinse Hier das Foto einer dieser Kunstlinsen, die aus Plexiglas oder auch Silikon bestehen sollen. Sie verankern sich durch die feinen Häkchen im Kapselsack. Diese Kunstlinsen sollen 6 - 8 mm Durchmesser haben. Was ich in den Augen habe weiss ich nicht!
Wie nachzulesen ist, gibt es auch noch sogenannte Faltlinsen, die mit einer kleineren Öffnung im Auge auskommen. Der kleine Einschnitt im Auge wurde bei mir nicht genäht, weil i.d. Regel nicht mehr erforderlich. All das soll bewirken, dass nach der Augenoperation kaum noch oder aber ein geringer Astigmatismus vorhanden ist.

Im Bild wird gerade eine Kunstlinse eingesetzt

Operation

Nachstehend ein Zitat aus dem WWW:
"... erinnern Sie sich, wie Ihnen Ihr Augenarzt die Augenlinse erklärt hat? Sie besteht aus mehreren Teilen. In der Mitte liegt ein sich im Laufe des Lebens verhärtender Kern und um ihn herum die weichere Rinde. Die gesamte Linse wird von der Linsenkapsel umschlossen, die mit elastischen Fasern - den Zonulafasern - am Strahlenkörper des Auges aufgehängt ist. Die häufigste Staroperation ist die "Phakoemulsifikation" der getrübten Augenlinse mit Implantation einer Hinterkammerlinse in den Kapselsack. Zu Beginn der Operation wird die vordere Linsenkapsel eingeschnitten und mit der Pinzette aus dem Auge gezogen. Anschliessend werden Kern und Rinde der Linse entfernt, so dass nur die intakte hintere Linsenkapsel und seitliche Teile der vorderen zurückbleiben. Sie formen einen nach vorne offenen schlaffen "Kapselsack". Jetzt kann der Operateur die Kunstlinse einsetzen und ihre Bügel im Kapselsack verankern. Die Intraokular-Linse hat somit ihren sicheren Halt in der hinteren Augenkammer. Durch einen speziellen Ventil-Schnitt ist das Auge ohne Naht sicher zu verschliessen". -- Zitat Ende --

Die vier wichtigen Phasen der Operation

Operationsschnitt1.) Im linken Bild ist zu sehen, wie durch einen gut 3 mm kleinen Einschnitt in der Hornhaut die vordere Linsenkapselseite zur Aufnahme der Kunstlinse vorbereitet wird. Durch diese Öffnung wird dann das Hohlmesser zur Beseitigung der kranken Augenlinse angewandt.

Augeoperieren2.) Im rechten Bild ist dieser Vorgang ganz gut zu sehen!
Bei mir wurde das z.Zt. modernste Operationsverfahren, die Phakoemulsifikation, eingesetzt. Ein sehr kleiner Hohlmesserstift wird durch Einschnitt in der Hornhaut in den bereits vorbereiteten Kapselsack eingeführt. Die Spitze dieses Messerstiftes soll mit einer Frequenz von ca. 40.000 Schwingungen/Sekunde vibrieren.

Die gallertartige und im Kern oft verhärtete Linsenmasse wird durch die Ultraschallenergie derart zerkleinert (man spricht auch von zertrümmern), dass die zerkleinerten Linsenpartikel durch das Hohlmesser abgesaugt werden können.

Bei diesem Vorgang findet gleichzeitig ein Massenaustausch statt, da die entnommene Linsenmasse ja auch gewichstmässig ersetzt werden muss. Was da für eine Ersatzflüssigkeit in den sogenannten Linsen-Kapselsack eingebracht wird, ist mir nicht bekannt. Weiter unklar z.Zt. für mich noch, was genau mit diesem *Massenaustausch* gemeint ist und wie eine Abdichtung im vorne und zur Hornhaut ja offenen Kapselsack erfolgt.

ImplantatIn den verbleibenden Kapselsack (linkes Bild), früher wurde er ganz entfernt was aber leichter zu Komplikationen führen konnte, wurde nun die neue und für mich berechnete Kunstlinse eingesetzt.

Erwähnenswert vielleicht noch, dass ich diesen Vorgang vom Geräusch her, Zertrümmern und Absaugen und auch visuell im Operationsfeld verfolgen konnte.

Kapselsack

3.) Im rechten Bild sieht man die Vorderseite, also hinter der Hornhaut mit der bereits eingesetzten Kunstlinse und wie sie durch die beiden Häkchen positioniert wurde.
Bei Interesse an speziellem Bildmaterial und Operationstechniken (oft sehr widersprüchlich) können Sie im WWW leicht selbst recherchieren.

Nach der Operation

Alles in allem, vom Hineinfahren in den OP bis wieder zurück in den Vorbereitungsraum, ich konnte nun den Rollstuhl verlassen, hat es 50 Minuten gedauert.
Nach dem Ablegen der OP-Kleidung konnte ich wieder meine normale Kleidung anziehen und bekam ein kleines Frühstück serviert; so konnte ich auch meine nötigen Medikamente einnehmen. Nach einer weiteren Ruhepause von etwa 30 Minuten wurde ich von meiner Frau nach Hause gefahren.
Dass die ambulante OP, zumindest bei mir als Risiko-Patient (Asthma und Herz), nur vorgenommen wurde weil eine Betreuungsperson in den folgenden 24 Stunden da war, möchte ich noch erwähnen.

Am nächsten Tag war die Nachsorge beim häuslichen Augenarzt erforderlich und ich war voller Erwartung.
Leider blieb das prompte Erfolgserlebnis aus. Ich konnte nur verschwommen sehen; so wie vor der Star-Operation. Die Diagnose ergab, dass die Hornhaut über Nacht sehr stark geschwollen war. Eine Folge von hohem Energieaufwand beim Zertrümmern und Absaugen der natürlichen Augenlinse.

Nach zwei Wochen mit medikamentöser Unterstützung, hatte ich eine Sehfähigkeit von 60%, man nennt es wohl Visus (0,6). Dieses gute Ergebnis verschlechterte sich aber wieder und ging zurück auf 40%. Drei Wochen nach der Operation des ersten Auges bekam ich einen Termin um das zweite Auge ebenfalls vom grauen Star befreien zu lassen.

Augeninneres

Die Operation des zweiten und rechten Auges

Alles verlief genau so wie bereits für das linke Auge beschrieben mit dem Unterschied, dass die Narkosenadel etwas anders geführt wurde. Natürlich ebenso schmerzfrei.

Bei der Hinfahrt zur Augenklinik, gut eine Stunde bei Dunkelheit und sehr starkem Gegenverkehr, konnte ich feststellen, dass die Blendungsempfindlichkeit des operierten Auges, bezogen auf Punktlichtquellen, etwas abgenommen hatte. Die allgemeine Lichtempfindlichkeit, speziell bei Sonnenlicht, war und ist bleibend sehr hoch.

Mein Erfolgserlebnis

Wieder beim häuslichen Augenarzt, war die Freude nach dem Abnehmen des Wundverbandes gross. Dieses Erlebnis lässt sich nicht einfach beschreiben! Nun war es wirklich wieder hell und klar um mich herum.

Das linke Auge hatte leider immer noch etwas schlechte Werte; nur noch einen Visus zwischen 0,4 und 0,5 (tageszeitabhängig) und es wird weiter mit Medikamenten behandelt. Die Kombination beider Augen ist aber trotzdem jetzt schon so gut, dass ich vom Augenarzt die Erlaubnis habe wieder selbst mit dem Auto fahren zu können. Und - das geht bereits schon bei Dunkelheit.

Nach heute vorliegenden Statistiken erreichen ca. 90% der Katarakt-Operierten nach der Operation Sehleistungen zwischen 50 - 100% (Visus 0.5-1.0)

Mit einer ohnehin nötigen Brille für die Ferne und zum Lesen, bin ich heute schon mehr als zufrieden, auch wenn ich, warum auch immer, nur am unteren Bereich der Erfolgs-Statistik liege.

Einige Darstellungen vom Auge - zur Abrundung des Themas

Faltlinse   Starauge
Grafik/Foto: Charite-Augenklinik

Im Bild Links ist zu sehen, wie eine moderne Faltlinse eingesetzt wird.
Im rechten Bild ist ein Auge zu sehen, deren grauer Star durch die Spaltlampe sichtbar gemacht wird.

Augen innen

Die obige Abbildung erklärt sich durch die Beschreibung selbst.

Netzhaut
Dieses Foto zeigt eine Netzhaut.

Abschliessende Feststellungen und Ergebnisse

Neun Wochen nach der Operation am linken und fünf Wochen nach der Operation am rechten Auge hatte sich mein "Sehen" soweit stabilisiert, dass ich nun eine Fern- und eine Lesebrille trage.
Das linke Auge hat noch einen schwankenden Visus um 0,5, beim rechten Auge liegt er bei 0,6. die Netzhaut am linken Auge ist nicht optimal durchblutet und auch Blutdruckschwankungen kann ich sehend spüren. Weiter stelle ich fest, dass der Farbeindruck links zu weiss-grau, rechts eher zu sehr hellgelb tendiert. Da ja mit beiden Augen gesehen wird, vermischt sich das. Da es im Tagesverlauf unterschiedlich stark ist, gehe ich davon aus, dass es mit der minderen Durchblutung der linken Netzhaut im Zusammenhang steht.

Obwohl meine Augen auf Punktlichtquellen, speziell Autoscheinwerfer in der Nacht, nicht mehr so stark reagieren, ist die Lichtempfindlichkeit selbst bei normalem Tageslicht und vor allem bei Sonnenschein extrem. Eine Sonnenbrille mit 85 Prozent Absorption, getestet bei Frühjahrssonne, vermittelt mir den Eindruck normal zu sehen. Ich hoffe nur, dass sich das noch etwas mildert.

Ich habe darum eine Brille gewählt die bei 15 Prozent Absorption beginnt und sich mit zunehmender Sonnenstrahlung (UV-Belastung) dann weiter abdunkelt. In der Wohnung selbst ist das nun gut und draussen aber nicht die wirkliche Lösung; beim Autofahren geht es auch.

Bei Sonnenschein stülpe ich allerdings über diese Brille noch eine extra Sonnenbrille mit grossen Gläsern und einer festen Absorption von 85 Prozent. Das ist angenehm.

Einige Monate nach den Operationen und erneuter Kontrolle, werde ich dann eine Sonnenbrille mit einer festen Absorption von 85 Prozent aber mit optischen Gläsern (meine Werte) tragen. Es ist wirklich erstaunlich wie stark doch die Filterwirkung einer natürlichen Augenlinse ist (für jetzt war).

Abschliessend möchte ich anmerken, wie gut oder weniger gut, oder sogar sehr gut das Ergebnis einer Operation am grauen Star ist, auf jeden Fall gewinnt der Patient wieder eine vorher ungeahnte Lebensqualität.

Zustand, nun fünf Monate nach den Operationen

Das linke Auge hat sich, mit Brille auf 50% verbessert. Dazu trägt die bessere Durchblutung der Netzhaut bei. Das rechte Auge hat sich mittlerweile sogar auf 100% verbessert.
Zum Jahresende, dann soll der Stillstand eingetreten sein, werde ich noch einmal eine neue Brille brauchen: geringere Dioptrien und eine leicht veränderte Achsenstellung haben sich ausgewachsen.

Zustand, nun elf (11) Monate nach den Operationen

Das linke Auge hat sich, mit Brille, noch weiter auf nun 60% gesteigert. Die Durchblutung der Netzhaut hat sich noch einmal verbessert. Das rechte Auge hat, wie schon vorher, seine 100%.
Eine neue Brille brauche ich (noch) nicht!.

Zustand, nun sechzehn (16) Monate nach den Operationen

Die Durchblutung der Netzhaut im linken Auge hat sich noch einmal verbessert, so dass ich nun (mit Brille) auf diesem Auge eine Sehfähigkeit von 80% habe. Lt. meiner Augenärztin war nach der vergangenen Zeit eigentlich nicht mehr damit zu rechnen. Nun bin ich neugierig, ob sich bis zur nächsten Kontrolluntersuchung in sechs (6) Monaten, das sind dann 20 Monate nach der Operation, erneut die Sehfähigkeit steigern wird. Die Brille bleibt auch weiterhin so wie sie drei (3) Monate nach der Operation angepasst wurde.

Neue, persönliche, Erkenntnisse:
Mein linkes Auge reagiert bei einigen Einflüssen nachvollziehbar stark auf Sonnenlicht (Dauereinfluss durch die stetig steigenden Aussentemperaturen im Frühjahr/Sommer 2003).

Einflüsse sind:

Die vorgenannten Einflüsse wirken sich bei mir (bei anderen Patienten auch) wie folgt aus:

  1. Das Auge sieht wie durch Nebel
  2. Vergleichbar auch mit einer stark oder partiell verschmierten Brille

Abhilfe (bei mir) als Alternative oder in Kombination:

Zustand, siebzehn (17) Monate nach den Operationen

Bei der Kontrolluntersuchung wurde festgestellt, dass sich am rechten Auge ein leichter Nachstar gebildet hat.
Ob sich das jemals nachteilig auswirkt ist ungewiss.

Zustand, dreiundzwanzig (23) Monate nach den Operationen

Bei der Kontrolluntersuchung wurde festgestellt, dass sich nun auch am linken Auge dieser Nachstar zeigt.
Da keine nachteilige Wirkung feststellbar ist, wird das nicht durch Laser nachbehandelt.

Allerdings hat sich die Empfindlichkeit des linken Auges in Bezug auf helles Licht, speziell auf Sonnenlicht weiter verstärkt. Ich bekomme nun eine spezielle Sonnenbrille mit seitlichem Blendschutz und optischen Gläsern mit meinen Werten.
Zusätzlich trage ich dazu noch eine Kappe mit grossem Schirm.

Zustand, nun drei Jahre nach den Operationen

Beide Augen sind weiter im gleichen Zustand, der Nachstar hat sich nicht weiter verschlechtert. Eine Behandlung ist nicht erforderlich!

Zustand, nun fünf Jahre nach den Operationen

Am rechten Auge zeigt sich eine in den letzten sechs Monaten gewachsene stärkere Trübung durch den Nachstar. Die Sehstärke ist auf 50 Prozent gesunken. Da dadurch auch die Nahsichtigkeit beim Lesen stark beeinträchtigt ist und das Auge überanstrengt wird, hält meine Augenärztin die Behandlung des Nachstares für erforderlich.

Nachstar-AugeNachstar gelasertDie ganz rechte Abbildung zeigt ein durch den Nachstar geschädigtes Auge, wie einige andere Abbildungen hier vor auch. Symbolisch durch den grünen Rand gekennzeichnet. Der schwarze Bereich davor ist die Kunstlinse.
Im Foto davor sehen Sie, 4-fach vergrössert, die durch den Laserstrahl geschaffene Öffnung im hinteren Kapselsack. Die YAG-Kapsulotomie basiert auf einem Nd: YAG-Laser, wobei das Kürzel "Nd" für Neodyn steht. Für technisch interessierte Leser: es ist ein Festkörperlaser der mit einer Wellenlänge von 1064nm arbeitet. Weiteres zur Technik von Lasern in der Medizintechnik können Sie bei Bedarf selbst recherchieren.

Der gesamte Vorgang soll nicht mehr als 15 min dauern und erfolgt bei örtlicher Betäubung des Auges durch Tropfen.
Einzelheiten dazu nach dem Eingriff bei mir, ab Mitte März 2007.

Damit schliesse ich meine Erfahrungen mit dem "GRAUEN STAR" und werde, falls sich etwas Nachteiliges ergibt, das erneut dokumentieren.

Den OP-Fortschritt, Stand das Jahr 2008, will ich nicht unterschlagen:
Vermehrt werden die Mehrstärken Kunstlinsenimplantate eingesetzt. Dadurch soll weder eine Lese- noch eine Fernbrille, im Fall des Falles, zusätzlich erforderlich sein. Die Kosten von z.Zt. ca. 2.500 EUR/Auge müssen Pflichtversicherte selbst bezahlen.

Neu ist inzwischen, dass nun auch nachjustierbare Kunstlinsen implantiert werden können. Über die Kosten ist mir nichts bekannt. Wie schon erwähnt, ist die Vorausberechnung der optimalen Werte für die Kunstlinse vor der Grauen-Star-OP, etwas schwierig.
Bei dieser neuen Linse aus einem anderen Kunststoff, lassen sich die Moleküle des Werkstoffes durch UV-Bestrahlung beeinflussen. Die Brechkraft kann verändert werden! So ist auch noch nach der Operation eine optimale Anpassung möglich.

Zustand nach 10 Jahren:
Seit zwei Jahren wirkt sich die körperliche Verfassung, Herzleistung in Verbindung mit der Durchblutung der Metzhaut und des Sehnerves stärker auf den Visus aus.

Siehe in Verbindung zur Durchblutung des Auges: Makula-Degeneration und koronare Herzerkrankung

Weiter auf Seite II Nachstar bei mir
und der Gesamtzustand, ca. 10 Jahre nach den Operationen.

1) Wo keine Quellenangabe zugeordnet ist, handelt es sich um Abbildungen wo mir der Autor bzw. die Institution unbekannt ist!
Ich weise ausdrücklich daraufhin, dass auch die Rechte an diesen Abbildungen (die ich nur zur Unterstützung meines Erfahrungsberichtes nutze), beim jeweils mir unbekannten Autor liegen.
Das betrifft auch alte Veröffentlichungen von mir wie <http://home.arcor.de/oldschulte/g-uebers.html">, auf die ich keinen Einfluss mehr habe.

- hs/ms -

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Letzte Änderung: 14/01/2011 - 16:36 Uhr