Erlebte Medizin

Bilderstreifen-Medizin

H ä m a t o m e

Arm - Hand- Unterbauch-Oberschenkelbereich

Hämatome entstehen i.d. Regel durch Verletzungen oder nach operativen Eingriffen
Es ist ein Blutaustritt aus einem oder mehreren Blutgefässen in das umliegende Körpergewebe (wie in meinem Fall).

hämatomSo fing es bei mir an. Am Vormittag bin ich beim Vorbeigehen mit dem Ellenbogen an eine Türklinke gestossen. Es bildete sich schnell ein Hämatom in der Grösse einer halben Handfläche. Die Stelle wurde vom Arzt mit einem Salbenverband des Medikamentes HEPARIN (zur Blutgerinnung) behandelt.

Am späten Nachmittag setzten Schmerzen ein. Nach ca. einer Stunde liessen die Schmerzen schlagartig nach und es hatte sich eine Ausbeulung in der Grösse eines Gänseeies gebildet, quasi ein mit Blut gefüllter Sack. Der Prozess zur Blutgerinnung (zelluläre oder ggf. auch plasmatische Hämostase) kam dem Anschein nach nicht in Gang oder blieb ganz aus. Ob eine Koagulopathie als Störung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes ein Thema war, wurde mit mir nicht abgeklärt. Da es im Krankenbericht nicht erwähnt wird, war es wohl nicht der Fall. Das Foto zeigt den Arm am Abend vor der Operation.

hämatomIm Krankenhaus wurde mir gesagt: "morgen operative Öffnung" und stationärer Aufenthalt.
Dieses und das grössere Foto (unten) zeigen den Arm drei Tage nach der Operation. Die Zur Bildung dieses aussergwöhnlich grossen Hämatomes gibt es eine besondere Ursache. Seit 35 Jahren brauche ich, bedingt durch mein Asthma, als Medikament Cortison. Früher sehr hoch dosiert, heute weniger.
Besonders meine Arme sind nur noch von einer dünnen vernarbten Haut ohne Unterfettgewebe bedeckt.

hämatom

Als Hauptursache für dieses extreme Hämatom war aber mein verdünntes Blut verantwortlich!
Bedingt durch die Implantation von zwei Stents musste ich für vier Wochen ein Medikament zur Blutverdünnung einnehmen. Mitten in dieser Phase passierte mir dann dann dieses Missgeschick. mehr dazu unter Amputation. Drei Tage nach der Operation wurde die Gipsschale abgenommen

Nach weiteren drei tagen erfolgte die zweite Operation um mir die Unterdruckpumpe aus der wunde zu nehmen.
hämatom Mir fehlte nun eine Hauptfächer von etwas 15cm² in ovaler Form.

Bedingt durch meine Cortisonhaut, war auch eine Hautverpflanzung nicht möglich!

hämatomAlle zwei bis drei Tage wurde die Wunde nun mit einer sogenannten künstlichen haut, passgenau zugeschnitten, abgedeckt. unter diesem Präparat sollte sich von aussen nach innen nun sukzessive die offene Hautfläche schliessen bzw. zuwachsen.
Nach zwei Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und der Hausarzt übernahm ambulant die Wundversorgung. Nach weiteren sechs Wochen war die offene Hautfläche zugewachsen.

hämatomDas nebenstehende Fo zeigt mein erstes, grösseres, Hämatom, Einzelheiten und die Vorgeschichte dazu unter Herzkatheder. Meine Situation mit den Hämatomen steht damit in einem direkten Zusammenhang.

Nun noch einige Fotos aus dem Endstadium; für einige Wochen war immer noch der Unterarm mit Hand und später nur noch die Hand stark davon betroffen. Die wenigen Fotos zeigen leider nicht den gesamten Umfang dieser Ausblutungen. Es war ausserdem der Schulterbereich und die Achselhöhle sowie der Seitenbereich des Brustkorbes betroffen.

Hämtom Hand   Hämtom Hand

Hämtom Unterarm

Im oberen Foto ist die kaputte Cortisonhaut gut zu erkennen. Das gelbe Kreuz (X) markiert die Stelle, an der die Haut leicht angekratzt wurde, Nach nur wenigen Stunden sah es dann aus wie auf dem Bild. Zu beachten ist an diesem Zusammenhang unbedingt wieder die negative Auswirkung einer Blutverdünnung.

Die beiden unteren Fotos zeigen den Endzustand, im Abstand von ca. drei Wochen dokumentiert. die Narbe ist gut zu erkennen und ist original ca. 2,5 cm lang. Die strahlenförmigen weissen Fäden zeigen die Spuren der Narbenbildung bzw. sind es verwachsene ältere Narben. Die Darstellung zeige ich überstrahlt um so die geschädigte Hautoberfläche besser sichtbar zu machen.
Wenn Sie die Darstellung in Ihrem Browser vergrössern (aktuelle Software kann das), wird es ab 5x schon arg unscharf.

Narbe-2

Narbe-1

Zur Erklärung der bei mir gut zu erkennenden Farbzustände:

Fazit für mich insgesamt:
Da ich zur Blutverdünnung ständig das Medikament ASS 100 einnehme, muss ich bei der zusätzlichen Einnahme von speziellen Medikamenten zur Blutverdünnung, wie z.B. Plavix oder Clopidogrel (Clopidogrel ist hier der Wirkstoff), beachten, dass diese Kombination die Blutverdünnung um das 10-fache steigert.
Das kann lebensbedrohend sein!

In meinen hier geschilderten Fall habe ich lt. Aussage von Fachleuten mehr als Glück gehabt.
Denn: Wäre die Wirkung der Unterdruckpumpe am Arm nicht ausreichend gewesen, Blut hätte sich mit dem Muskel- und Körpergewebe verbunden und wäre nicht abgebaut worden, hätte das u.U. die Amputation des ganzen Armes bedeuten können!

Alle Fotos: © Marianne Schulte

-hs/ms-

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Letzte Änderung: 14/09/2010 - 19:44 Uhr