Achtung!
Diese Erklärungen habe ich im WWW mit der gebotenen Neutralität recherchiert. Von Begeisterung (unkritische Patienten und die Interessengruppen) über die doch vorherrschende Neutralität (bei den Universitäten) bis zur tiefsten Enttäuschung von Patienten (die nur der Werbung ohne eigene Recherche oder einfach ihren Augenarzt, vertraut haben) gibt es viel an Informationen zu diesem Thema.
Jedes Jahr erblinden immer noch tausende von Senioren!
Das ist keine reisserische, aber eine warnende Aussage die quasi drei Bereiche betrifft:
- Grauer Star (Eintrübung der Linse)
- Glaukom (Sehnervschädigung durch erhöhten Augen-Innendruck oder schlechte Durchblutung.
- AMD (altersabhängige Makula-Degeneration, Verschleiss in der Mitte der Netzhaut, dem Bereich des schärfsten Sehens.)
Nie mehr eine Brille tragen! Oder besser doch?
Mit dieser Verlockung wird versucht, so der Eindruck meiner Recherche im WWW, dass hier der Jugendwahn genutzt wird um Menschen die Vorteile einer LASIK-Operation schmackhaft zu machen. Kritische Argumente, dass z.B. trotz LASIK-Verfahren im Alter i.d. Regel doch eine Brille gebraucht wird, kommen nicht wirklich zur Sprache. Aber - es ist ein gewaltiger Unterschied ob ein junger Mensch sein weiteres Leben fast blind nicht geniessen kann weil er z.B. aus Eitelkeit seine Augen mit dem LASIK-Verfahren behandeln liess oder eine lebensnotwendige Operation mit einer Komplikationen abschliesst. Beides ist fatal!
- LASIK ist eine Operationsmethode, bei welcher Bereiche der Hornhaut eines Auges mehr oder weniger per Laserstrahl abgetragen und somit neu linsenartig geformt werden.
Es stimmt nicht wenn unseriös verbreitet wird, dass der Patient nach einer LASIK-Operation nun nie mehr eine Brille tragen muss.
- Da sich bei den meisten Menschen ab den mittleren Lebensjahren die sogenannte "Altersweitsichtigkeit" entwickelt, brauchen diese zum Lesen natürlich eine Brille. Daher ja die Empfehlung: wenn schon LASIK, dann möglichst schon im jungen Erwachsenenalter.
- Z.Zt. sollen pro Jahr etwa 100.000 dieser Operationen vorgenommen werden.
- Ein Problem besteht darin, dass die angestrebte Sehschärfe bei der ersten Behandlung noch nicht erreicht wird. In diesen, angeblich wenigen Fällen von etwa bis zu 10 Prozent der Patienten, kann dann nach einigen Wochen oder Monaten eine Nachbehandlung erfolgen.
- Bekannt geworden ist mir (noch) nicht, ob es wirklich vorkommt, dass die Hornhaut (auf Wunsch des Patienten der ja keine Brille mehr tragen will) zu flach und dünn gelasert wird, dass bei einer Verletzung der Hornhaut das Auge selbst geschädigt werden kann. Hier liegt ebenfalls eine potentielle Gefahr für das Auge.
Hinzu kommt die bange Frage: wie ist die Situation bei einer derart dünn gelaserten Hornhaut, wenn eines Tages vielleicht am "Grauen Star" operiert werden muss? Auch darauf fand ich (noch) keine Antwort.
- Auf Grund der jungen Operationstechnik gibt es zwangsläufig noch keine Langzeiterfahrungen bei dieser Art von Schönheitsoperation; ja - LASIK kann zu den Schönheitsoperationen gerechnet werden, da ja keine medizinische Notwendigkeit für die Behandlung vorliegt. Ja- die OP-Techniken werden aber immer besser! Und - die Kosten sinken mit steigendem Wettbewerb der Augenchirurgen.
- Komplikationen sollen angeblich selten sein. Irritierend ist aber schon wenn nicht nur Augen-Optiker das bei sich selbst oft nicht machen lassen wollen. Selbst Fachärzte dieser Branche riskieren das, warum auch immer, für ihre eigenen Augen immer weniger. Als Hinweis kommt i.d. Regel, dass vor allem ein junger Mensch nach einem missglückten Eingriff sein Leben lang mit einer Schädigung der Augen leben muss. Alles das aus freier, aber falscher Entscheidung!
- Eine Fehlerquelle ist gegeben, wenn ausserhalb der empfohlenen Bereiche der Fehlsichtigkeit, aus welchen Gründen auch immer, operiert wird.
Der optimale Bereich für die LASIK-Operation bei Weitsichtigkeit liegt bei bis zu plus (+) 3 Dioptrien; bei Kurzsichtigkeit liegt diese empfohlene Grenze bei bis zu minus (-) 10 Dioptrien.
Bei Einhaltung dieser Grenzen soll auch sicher gestellt sein, dass die Hornhautkrümmung nicht zu flach oder zu steil gelasert wird.
Bekannte Sehfehler NACH und DURCH die Lasik-Operationsmethode:
Manche Sehfehler sind mit dem "Grauen Star" vergleichbar. Helligkeitsverlust, Sehen wie durch Nebel, Lichtblendung, in der Nacht erscheinen punktförmige Lichtquellen mehrfach und in diversen Anordnungen.
In der heutigen Zeit, wo vor allem von jungen Menschen Mobilität erwartet wird, kann bei dieser Art von möglichen Fehlern durch LASIK selbst kein Auto mehr im Strassenverkehr bewegt werden.
- Negative Beurteilungen - wie sie, erschreckend, ebenfalls im Umlauf sind:
- 18% haben Probleme in der Nacht und generell mangelnde Kontraste beim Sehen.
- 17% brauchen nach LASIK trotzdem eine Brille.
- 12% ist der Anteil, wo eine zweite Behandlung nötig war.
In manchen Fällen muss auch eine neu Hornhaut transplantiert werden.
Auch wenn der Prozentsatz von Schädigungen durch das LASIK-Verfahren (mehr Erfahrung usw.) weiter abnehmen sollte, bleibt doch die Entscheidung ob einige Jahrzehnte ohne Brille dieses Risiko der Eitelkeit wegen eingegangen wird.
Zum Schluss:
Was sich hier vielleicht wie eine Ablehnung liest, ist aber nur eine Aufzählung von i.d. Regel nicht werbewirksamen Fakten.
Hinzu kommt noch, dass auch mögliche Verletzungen am operierten Auge durch Beruf, Freizeit und Extremsport sich viel schwerer und mit nachhaltigen Folgen auswirken können. Als Brillenträger kann da sogar die normale Brille schon ein zusätzlicher Augenschutz sein.
Eine LASIK-Operation hat demnach nur etwas mit der erhofften besseren Lebensqualität, ach ja, auch mit dem Geldbeutel zu tun. Denn: die Operation eines Auges kostet heute (im Jahre 2003) etwa 2000 Euro und muss i.d. Regel selbst bezahlt werden.
Neutralität ist angesagt und Patienten sollten sich nicht durch Schnäppchenangebote in diesem noch hochpreisigen Angebot beeinflussen lassen!
Die Entwicklung geht weiter und die Operationstechniken verfeinern sich:
Der Stand ist Jahre 2008 soll das bestätigen! Ob sich nun das Aufschneiden der oberen/äusseren Hornhaut mit der Mikrokeratom-Klinge und das abschliessende Zurückklappen und Verschliessen des aufgeschnittenen Hornhautlappens verbessert hat, oder ob der Laser selbst feiner justiert arbeitet (s.a. Femto-LASIK), konnte ich nicht ermitteln.
- hs/ms -