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Unser Organ zur Nahrungsaufnahme und Verdauung

Übersicht innere Organe:

VerdauungsorganeGrafik: Lebe dich gesund Übersicht unserer Verdauungsorgane.
Wie vorab bereits erwähnt, ist unser Magen ein einhöhliges Hohlorgan. Darin wird der möglichst fein zerkaute Nahrungsbrei in Verbindung mit getrunkener Flüssigkeit mit dem Magensaft vermengt.

Der Magensaft ist als Grundsubstanz ein Produkt aus Salzsäure und dem Enzym Pepsin, das zur Spaltung von Eiweiss dient. Bei schwer verdaulichen Speisen, sollen die Magendrüsen bis zu einem Liter Magensaft produzieren können. Im Ruhezustand sollen es nur wenige Milliliter sein. I.d. Regel sprechen Mediziner davon, dass unser Magen etwa zwei (2) bis drei (3) Liter Magensaft produziert; PH-Wert: 1-2.

Sicher ist wenig bekannt (ich habe mich aus Interesse damit befasst), dass der Mensch zwischen 1 bis 1,5 Liter Mundspeichel produziert. Erzeugt wird der Mundspeichel in der Unterkieferdrüse, Unterzungendrüse, Ohrspeicheldrüse.

MagenGrafik: Med-Illu Alles das wird gesteuert, auch bereits vor der Nahrungsaufnahme durch Nervenreize über Augen, Ohren und Geruch, durch Hormone und den erwähnten Nervenimpulsen.
Durch das Bewegen des Nahrungsbreies, Muskelkontraktionen (Peristaltik) sind dafür zuständig, wird diese Breimasse zum Zwölffingerdarm transportiert. Die Bezeichnung "Zwölffingerdarm" soll der Breite von zwölf Fingern entsprechen. Wenn zu lesen ist, dass dieses Darmteil etwa 30cm lang ist, wird ein Mittelwert vermutlich richtig sein. Ein Beispiel ist die nebenstehende Grafik. Zwischengeschaltet ist hier der Pförtner-Muskel welcher regelt, dass dieser Nahrungsbrei durch Öffnen und Schliessen gleichmässig in den Darm gelangt. Die Bezeichnung

Alles das wusste ich als junger Mensch in den 50-er und 60-er Jahren nicht so genau. Da hiess es erst einmal: "... ist ein ererbtes Familienleiden."

Mehr als zehn Jahre war ich überwiegend im Frühjahr und im Herbst davon betroffen. Auf Dauer hat keine Medikamentation geholfen! Erstes Mittel der Wahl war immer die Rollkur. Was habe ich alles an Hausmittelchen ausprobiert; dem einen half es, mir leider nicht. Magenspiegelung war seinerzeit vermutlich ein Fremdwort. So gingen die Jahre dahin.

Magen-DarmkanalMagen-Darm-Kanal: Grafik: Hexal Als Anfang der 60-er Jahre beruflicher Stress und noch andere mehr oder wenige Probleme hinzukamen, war ich viele Wochen im Jahr arbeitsunfähig.
Durch einen Tipp von anderen auch so Geplagten, kam ich auf rohen Kartoffelsaft. Für mich ein kleines Wunder! Jeden Morgen, auf nüchternem Magen, ein Glas frischen Kartoffelsaft aus der Zentrifuge getrunken, das half langsam aber stetig. Inzwischen wusste ich auch was "mein Magen-Darmkanal" alles zu verkraften hatte.

Durch einen Zufall geriet ich Mitte der 60-er Jahre an eine Ärztin aus Südeuropa, die eigene Methoden entwickelt hatte. Neben meinem morgendlichen rohen Kartoffelsaft, den ich weiterhin trank, wurden verschiedene Medikamente verordnet. Sechs Monate lang, vom Sommer bis zum Winter, dauerte diese Behandlung - dann waren meine Magenbeschwerden erst einmal verschwunden.

Es folgten nun ruhelose Jahre. Mein Verdauungstrakt fühlte sich wohl, dann wieder unwohl. Die alten Magenbeschwerden die sich nun nur noch erträglich im Frühjahr und Herbst bemerkbar machten, konnten durch inzwischen neu entwickelte Medikamente gut behandelt werden. Doch dann, Mitte der 70-er Jahre, schlug ganz plötzlich das Asthma zu.

GastroskopGrafik: Qualitätspraxen Magen mit eingeführtem Gastroskop: Es war 1984, ich war gerade einmal 54 Jahre alt, morgens ein Gefühl von Übelkeit und plötzlich ein Blutsturz. Es folgten in Abständen nun drei Magenspiegelungen (Gastroskopien).
Festgestellt wurde, dass meine Magenwände viele Spuren alter Magengeschwüre zeigten. Die Ursache des Blutsturzes war eine Verletzung in der Magenwand kurz hinter dem Mageneingang.

Zu dieser Zeit hatte eine Magenspiegelung noch nicht den für einen Patienten komfortablen medizinischen Stand wie heute. Der Vorgang ist aber gleich geblieben.

Die Spiegelung des Magens ist immer eine Endoskopie. Beim Magen spricht man von der Gastroskopie. Die Untersuchung dauerte selten länger als 15 Minuten. Im Normalfall wird ein Endoskop mit Glasfaserbündel verwendet, welches an der Spitze ein Linsensystem hat. Sollen Videoaufnahmen gemacht werden (heue Technik), so sitzt an der Spitze des Endoskopes ein Chip, wie er z.B. auch in Digitalkameras verwendet wird.

Die erste Untersuchung erfolgte im Sitzen, vermutlich wegen meines Asthmas. Die beiden anderen Spiegelungen dann im Liegen. Ich wurde u.a. darauf hingewiesen, langsam und gleichmässig zu atmen um einem eventuellen Brechreis vorzubeugen. Unangenehm war, dass ich durch die Spiegelung fast eine Woche starke Schluckbeschwerden hatte, was von ärztlicher Seite kaum geglaubt wurde. Ich bekam trotzdem etwas gegen die Schmerzen beim Schlucken.

GastroskopGrafik: Autor unbekannt Gastroskop im Mageneingang: Die Sedation erfolgte zu dieser Zeit noch in Lokalanästhesie durch Trinken eines Antischmerzmittels und durch Spray um den Rachenraum unempfindlich zu machen.
Heute wird wohl neben dem Rachenspray mehrheitlich eine Beruhigungsspritze gesetzt und in bestimmten Situationen kann auch ein kleiner Venenkatheder gelegt werden, wenn Blutdruck, Herzfrequenz und die Sauerstoffsättingung des Blutes kontrolliert werden müssen.

Untersucht wurde bei mir der Magen und der obere Teil des Zwölffingerdarmes. Dabei wurden im Übergang vom Magen zum Zwölffingerdarm und in diesem selbst, alte vernarbte Geschwüre festgestellt.

Anmerkung zur Gastroskopie (Sommer 2007):
Nach ca. 25 Jahren war wieder eine Gastroskopie bei mir erforderlich. Ich kann über die aktuelle Behandlungsmethode berichten. Durchgeführt wird die Magenspiegelung (um umgangssprachlich zu bleiben) in der linken Seitenlage. Da bei der Untersuchung Luft in den Magen gepumpt wird, bekam ich etwas zu trinken das spätere Blähungen verhindern soll.
Wegen meiner Überempfindlichkeit des Rachenraumes (Brechreiz) habe ich mich für eine Beruhigungsspritze entschieden. Zwei Hub Spray in den Rachenraum, den Körper in Seitenlage gebracht, die Spritze gesetzt, ein Mundstück eingeschoben zur besseren Führung des Schlauches und dann waren einige Schluckbewegungen angesagt und - dann war ich "weggetreten."

Bei der Magenuntersuchung wird Luft eingeblasen und den Magen für die Beobachtung zu dehnen, was sich später u.U. mit leichten Blähungen bemerkbar machen kann. Bei mir wurde (was heute angeblich häufig gemacht wird) gleichzeitig eine Gewebeprobe entnommen und in ein Labor geschickt. Durch die Beruhigungsspritze benommen, brauchte ich (jeder andere Patient auch) eine Begleitperson. Selbst autofahren ist für diesen Tag nicht erlaubt.
Fazit: Heute Kurz und schmerzlos, kein Vergleich zu früheren Jahren, Angstgefühle brauchen nicht aufkommen!

Nach meiner laienhaften Einschätzung, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit das heute bekannte Bakterium Heliobacter pylori für meine jahrelangen Magenbeschwerden die Ursache gewesen sein. Leider wurde das Bakterium erst im Jahre 1983 entdeckt und es dauerte noch viele Jahre bis es in der Alltagsmedizin akzeptiert wurde. Die alte These, dass immer Magensäure für Magengeschwüre verantwortlich sind, wurde damit weitgehend widerlegt.

MagenspiegelungGrafik: Klinikum Kemperhof Magen von innen: Dieses "Heliobacter pylori" Bakterium lebt in der Schleimschicht des Magens und produziert Ammoniak, um die Magensäure zu neutralisieren und trotz des extrem sauren pH-Wertes des Magens zu überleben. Dieses Bakterium wird heute für Reizungen und Schäden der Magenschleimhaut und daraus resultierenden Magengeschwüren verantwortlich gemacht (so ärztliche Literatur). Dass angeblich nur etwa 10 Prozent der Infizierten Beschwerden haben, ist ja kein Gegenbeweis.

Anmerkung: Forscher der "Johns Hopkin University" und des französischen "Centre National de la Recherche Scientifique" sollen in Laborversuchen festgestellt haben, dass ein Inhaltsstoff des Gemüses Brokkoli das Bakterium Heliobacter pylori abtöten kann. (Gelesen in einer Zeitschrift im Wartezimmer eines Arztes und notiert). Ich esse seitdem noch mehr Brokkoli!

Abt dem Frühjahr 2006 stellten sich wieder etappenweise starke Magen- und Darmbeschwerden ein, dazu stetiger Gewichtsverlust. Keinen Appetit mehr und noch mehr Gewichtsverlust. Im Sommer dann die Diagnose Leistenbruch. Schon kurz nach der Operation keine Magen- Darmbeschwerden mehr. Gewichtszunahme 3-4 Kg über mein Normalgewicht. Das Essen schmeckt wieder und alles diesbezüglichen Beschwerden halten sich in erträglichen Grenzen.

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Letzte Änderung: 14/01/2011 - 16:36 Uhr