

Siehe dazu auch eine andere Abbildung. Symbolisch durch den grünen Rand (Innenaugenseite) gekennzeichnet. Der schwarze Bereich davor ist die Kunstlinse.
Anmerkung zu allen Fotos: Alle hier als Beispiel zu sehenden Fotos habe ich im WWW aus vielen Quellen zusammen gesucht und u.U. für meine Bedürfnisse verändert und angepasst. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die Rechte an den Originalen dieser Fotos nicht bei mir, sondern beim jeweiligen Autor liegen!
Was ist nun dieser Nachstar? ... so wie er sich bei mir zeigte und wie ich mich, als medizinischer Laie, informierte:
So wie der Graue Star ist auch der Nachstar eine Trübung der Linsenkapsel des Auges, aber nach der Katarakt-Operation. Der Nachstar ist die häufigste Spätfolge der modernen Katarakt-Chirurgie. Die Hoffnung für die Zukunft ist, durch noch verfeinerte Operationstechniken in Verbindung mit einem idealen Linsenmaterial und der Linsenkantenform den Nachstar bis auf wenige Fälle zu verhindern.
Wie auch beim "Grauen Star" stellt sich eine Trübung mit Sehverschlechterung ein. Hinzu kommt je nach Fall, eine leichte bis starke Blendempfindlichkeit. Nach einigen Wochen oder Monaten, ja sogar erst nach einigen Jahren kann es vorkommen, dass sich der Kapselsack hinter der künstlichen Linse eintrübt und sich störend bemerkbar macht. Reste des alten und geschädigten Gewebes der entfernten Linse wachsen nach. Das Auge sieht dann wieder schlechter, unschärfer.
Ob sich ein Nachstar bildet, ist abhängig von der Art der Operation und der implantierten Linse. Besteht noch eine andere Erkrankung des Auges, so kann das mit eine Ursache sein.
YAG-Kapsulotomie: Mittels YAG-Laser kann in diese Gewebemembran (Linsenkapsel oder auch Kapselsack) durch die Hornhaut und Kunstlinse hindurch ein fast zentrischer Bereich geöffnet werden. Die Sehschärfe ist dann wieder so wie nach der der Star-Operation. Ein erneuter Nachstar soll dann nicht wieder vorkommen! Nach Statistiken kann der Nachstar bei etwa 20 bis 50 Prozent der Operierten vorkommen. Bei Jugendlichen soll die Rate zwischen 50 und 95 Prozent liegen. Das ist auf einige Faktoren, neben Lebensalter auch Krankheitsbilder, zurückzuführen. Nicht in jedem Fall ist eine Behandlung nötig.
Unterschieden wird zwischen dem primären und dem sekundären Nachstar.
Links im Bild die geschlossene Membrane, rechts die Ansicht nach dem Durchtrennen mit dem Laser. Wie nachzulesen ist, erfordert diese kurze ambulante Behandlung keinen Operationsaufwand. Das Auge wird durch Tropfen betäubt. Ein Lichtblitz, ggf. ein kurzes leichtes Stechen (die Aussagen widersprechen sich hier), das war es dann auch schon. Am nächsten Tag noch eine Kontrolle ob sich eine Entzündung gebildet hat und auch der Augeninnendruck wird noch einmal kontrolliert.
Zusätzliche Erklärung:
Bei der Katarakt-Operation wurde/wird das natürliche Zellgewebe der Linse nicht vollständig entfernt. Die Kapsel (Hülle) der geschädigten Linse bleibt erhalten. In diese vorhandene alte Kapsel wird nun die neue Kunst-Linse eingesetzt und fixiert. Bei dieser OP-Technik geht die Kunstlinse keine direkte Verbindung mit dem vorderen und hinteren Kapselblatt ein. Die Bezeichnung dafür ist "Endokapsuläre Implantation".
Das hat den Vorteil, dass die neue Linse am gleiche Ort wie die entfernte Linse liegt und sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr bewegen kann, weil die Kapsel quasi "am Rand der Linse verklebt". Die Randform der Linse ist übrigens ein konträr diskutiertes Thema in der augenärztlichen Fachmedizin. Der Nachteil der Methode ist, bis heute noch, die mögliche spätere Nachstarbildung.
Von der verbliebenen Kapselhaut (vorderes und hinteres Kapselblatt) kann das hinter der Linse liegende Kapselblatt trübe werden. Hervorgerufen wird das durch die Wanderung von Linsen-Epithelzellen in Richtung zur Mitte der Kunstlinse.
Die Frage ist natürlich, warum werden bei der Katarakt-Operation nicht alle Linsenepithelzellen entfernt? Das ist wohl selbst mit grossem operativem Aufwand nicht möglich!
Die Vorteile dieser Operation sollen, bei älteren Patienten, aber überwiegen und durch sich ständig verbessernde Operationsmethoden wird sich dieser Nachstar vermutlich immer weniger bemerkbar machen. Es ist noch nicht erwiesen, welche Form bzw. Art der Kunstlinse einen Nachstar unwahrscheinlicher macht; Untersuchungen laufen.
Bei der Kontrolluntersuchung wurde festgestellt, dass sich am rechten Auge ein leichter Nachstar gebildet hat.
Ob sich das jemals nachteilig auswirkt ist ungewiss.
Bei der Kontrolluntersuchung wurde festgestellt, dass sich nun auch am linken Auge dieser Nachstar zeigt.
Da keine nachteilige Wirkung feststellbar ist, wird das noch nicht durch Laser nachbehandelt.
Allerdings hat sich die Empfindlichkeit des linken Auges in Bezug auf helles Licht, speziell auf Sonnenlicht weiter verstärkt. Ich bekomme nun eine spezielle Sonnenbrille mit seitlichem Blendschutz und optischen Gläsern mit meinen Werten.
Zusätzlich trage ich dazu noch eine Kappe mit grossem Schirm.
Beide Augen sind weiter im gleichen Zustand, der Nachstar hat sich nicht weiter verschlechtert. Eine Behandlung ist in diesem Zustand nicht erforderlich!
Am rechten Auge zeigt sich eine in den letzten sechs Monaten gewachsene stärkere Trübung durch den Nachstar. Die Sehstärke ist auf 50 Prozent gesunken. Da dadurch auch die Nahsichtigkeit beim Lesen stark beeinträchtigt ist und das Auge überanstrengt wird, hält meine Augenärztin die Behandlung des Nachstares für erforderlich.

Im linken Foto sehen Sie eine durch den Laserstrahl geschaffene Öffnung im der hinteren Kapselhaut. Die Abbildung zeigt das Loch in natürlicher Grösse von etwa 4-5 mm Durchmesser. Die Abbildung daneben zeigt diese gelaserte Öffnung in ca. 5-facher Vergrösserung. Gut in der Vergrösserung zu sehen: der etwas ausgefranste Rand, da ja durch mehrere Laserimpulse versucht wird eine möglichst kreisrunde Öffnung zu brennen. Die YAG-Kapsulotomie basiert auf einem Nd: YAG-Laser, wobei das Kürzel "Nd" für Neodymium steht. Für technisch interessierte Leser: es ist ein Festkörperlaser der mit einer Wellenlänge von 1064nm arbeitet, theoretische Leistung 80W. Weiteres zur Technik von Lasern in der Medizintechnik können Sie bei Bedarf selbst recherchieren.
Der gesamte Vorgang soll nicht mehr als 15 min dauern und erfolgt bei örtlicher Betäubung des Auges durch Tropfen.
Einzelheiten dazu nach dem Eingriff bei mir, ab Mitte März 2007.
Komplikationsrate: - gering!
Bis zu einem Jahr nach der Behandlung kann es zu einer Netzhautablösung kommen. Wer weiter mit augenärztlicher Kontrolle lebt, soll das Risiko dadurch gering halten können.
In selten Fällen kann ein Materialdefekt an der IOL (Intraokularlinse) durch den Nd:YAG-Laser entstehen.
In der Abbildung sehen Sie wie der 4-fach gerichtete Laserstrahl, Farbe ROT, auf das hintere Kapselblatt, Farbe GELB, trifft. Erst in diesem Brennpunkt wird die Energie wirksam. Merke: Ohne Gefahr für Hornhaut und Linse dringen die gerichteten Laserstrahlen in das Auge ein.
Nach einer kurzen Voruntersuchung beider Augen und dokumentieren einiger Daten, wurde in beide Augen Tropfen gegeben. Nach einer Wartezeit von ca. 20 min erneut Untersuchung der Augen, wieder Tropfen in die Augen und festgelegt, dass mein rechtes Auge mit dem stärksten Nachstar, zuerst behandelt wird. Ebenfalls wird der Augeninnendruck festgestellt und ist mit dem Wert 13 OK.
Nun ist es soweit:
Wieder Tropfen in das Auge. Der Arzt platziert ein kleines Augenglas und ich muss meinen Kopf vor das Lasergerät legen (wie bei einer Augenuntersuchung).
Nun wird sukzessiv in kurzen wechselnden Abständen der Laser aktiviert. Gespürt, besser gesagt empfunden, habe ich beim Laserimpuls nur ein kurzes leises Knackgeräusch im Kopf. Der Arzt sagte es vor dem ersten Laserimpuls.
Keinen Schmerz! Zweimal wurde mein Kopf etwas geschüttelt, lt. Arzt muss das sein. Da ich nicht wusste was auf mich zukam, habe ich die Laserimpulse nicht gezählt; aus der Erinnerung waren es >10 Knackgeräusche die ich empfand. Der Vorgang mit dem Laser dauerte bei mir um die 10 min. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Fertig!
Ist der Patient mit dem Auto unterwegs, darf der nach dem Eingriff nicht selbst nach Hause fahren. Die Sehschärfe ist gemindert.
Bis zum Abend, die Behandlung war am Vormittag, wurde die Sehschärfe auf dem gelaserten Auge immer besser. Am nächsten Morgen war das Sehen wieder wie zuvor, nach der Star-Operation. Am nächsten Morgen Kontrolle beim Augenarzt, der Visus war um 10 Prozent besser, und auch der Augeninnendruck, er muss noch einmal gemessen werden da der Innendruck nach der Laserbehandlung steigen kann, war mit dem Wert: 18 gut.
Drei Monate später die OP am zweiten Auge, die Trübung war nicht ganz so stark. Die Laserbehandlung war wie zuvor und auch der Augeninnendruck, am nächsten Vormittag, war mit dem Wert: 15 sehr gut. Das Sehen mit dem linken Auge war nicht unbedingt heller, es klarer als zuvor. Auch der Visus war, wie schon beim rechten Auge, um 10 Prozent besser geworden. Beim linken Auge kommt hinzu, dass die Netzhaut nicht immer optimal durchblutet wird. Der schwankende Blutdruck je nach Wetterlage ist dafür verantwortlich.
Insgesamt bin ich, bezogen auf die Ausgangslage vor den Staroperationen, voll zufrieden. Mehr war bei mir nicht erreichbar; zumal ja auch die Berechnungen nicht immer im Ergebnis optimal möglich sind.
Visus links: 40-50 Prozent; Visus rechts: 60-70 Prozent. Beide Werte sind aber abhängig von meinem wechselnden Blutdruck und der daraus resultierenden Durchblutung der Netzhaut. Geblieben ist die starke Lichtempfindlichkeit des linken Auges. Selbst mit einer starken optischen Sonnenbrille (80 Prozent) und einer Schirmkappe auf dem Kopf, ist das Sehen in der Sonne vorübergehend durch Unschärfe geprägt. Nach 30 bis 60 min im Schatten normalisiert sich das wieder.
Der Zustand der Lichtempfindlichkeit des linken Auges hat sich im Laufe der Monate langsam normalisiert.
Nun ist aber das rechte Auge plötzlich noch lichtempfindlicher geworden als es das linke Auge durch die Nachstar-Operation je war. Der Schärfeeindruck im äusseren Gesichtsfeld, bezogen jetzt auf das rechte Auge, wird durch den Lichteinfall leicht verschwommen unscharf. Das legt sich schnell, sofern ich das helle Licht meide. Es ist für mich schon etwas störend, aber nicht belastend. Ich hoffe aber, dass sich das legt, wie ja die Lichtempfindlichkeit am linken Auge sich auch gemildert hat.
Damit endet nun mein bebilderter Erfahrungsbericht und ich hoffe, dass ich Ihnen für Sie selbst wertvolle Informationen bieten konnte.
Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Informationen, die ich unter Hintergrund-Infos, abgelegt habe.
Als Fortsetzung meiner Beschreibung des Zustandes im Laufe der Jahre nach der Operation am Grauen Star:
Nach nun 10 Jahren hat sich die Sehfähigkeit nicht weiter verschlechtert, allerdings gibt es doch Einschränkungen.
Die Lichtempfindlichkeit der Augen hat weiter zugenommen. Damit verbunden ist eine leichte Verschleierung an der rechten Augenseite. Starkes und tiefstehendes Sonnenlicht, Schnee und besonders stark mit Sonne ergibt oft eine Verschleierung und somit Unschärfe des gesamten Sehfeldes.
Vor einigen Monaten habe ich feststellen müssen, dass z.B. die Nachwirkungen einer Vollnarkose, zweimal in einer Woche beobachtet, das Lesen für einige Tage fast unmöglich macht. Dann ist der Spuk wieder vorbei.
Den gleichen Effekt, wenn auch nicht so stark, habe ich beobachtet, als mir Kontrastmittel für eine Untersuchung bzw. Operation mit Herzkatheder eingespritzt wurde. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, steht alles auch im Zusammenhang mit einem schwankenden Blutdruck wodurch der/die Sehnerven beeinflusst werden.
Zusätzlich kommt noch hinzu, dass meine Augen-Hornhaut sich etwas verhärtet hat, ich brauche dagegen Augentropfen. Ich werde jetzt 80 Jahre alt und bin trotz aller Einschränkungen ausreichend sehfähig, dass ich noch autofahren darf.
Eine überraschende Feststellung: Inwischen bin ich 80½ Jahre alt und die Blendwirkung ist geringer geworden.
Ich arbeite fast noch täglich ≥ sechs Stunden am Bildschirm (Monitore) und es hat sich langsam bemerkbar gemacht, dass ich trotz meiner Makula-Degeneration längere gute Sehphasen habe.
Meine Erklärung: ich lasse keine unnötigen Stresssituationen aufkommen. Stress durch Termine, längere Autofahrten und sonstige körperlichen Belastungen. Ich werde das jetzt weiter beobachten!
- hs/ms -
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Letzte Änderung: 11/05/2011 - 19:57 Uhr